Dieses Stück ist eine musikalische Auseinandersetzung mit Psalm 22 – einem der eindrücklichsten Klagepsalmen der Bibel. Der Text beginnt in tiefster Verzweiflung und führt über ein Ringen mit Gott hin zu vorsichtiger Hoffnung. Das Stück wurde ursprünglich für die Synodalversammlung der katholischen Kirche in Frankfurt komponiert und dort uraufgeführt. Es steht in engem Zusammenhang mit dem Thema der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche. Die Musik versucht, Raum zu geben für das Unsagbare: für Schmerz, Sprachlosigkeit und das Gefühl, verlassen worden zu sein – von Menschen, von der Institution, von Gott. Gleichzeitig enthält Psalm 22 eine leise Bewegung hin zu Vertrauen – ohne einfache Versöhnung, aber mit der Möglichkeit, dass Klage gehört wird. Diese Spannung prägt auch die musikalische Form.“ (Mathias Rehfeldt)